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Was Bewerber als Intensivfachkraft wirklich wissen möchten
Viele Pflegefachkräfte überlegen, wie sie bundesweit auf der Intensivstation über Zeitarbeit arbeiten können und welcher Dienstleister dafür der richtige ist. Die wichtigsten Fragen beantworten wir hier verständlich und aus der Praxis heraus.
Welche Firma passt für eine Intensivfachkraft, die bundesweit arbeiten möchte?
Es gibt viele Anbieter in der Arbeitnehmerüberlassung. Für Intensivpflege ist es meistens besser, sich für einen Dienstleister zu entscheiden, der sich genau auf diesen Bereich spezialisiert. Solche Firmen kennen die Anforderungen auf Intensivstationen besser und haben oft mehr bestehende Kooperationen mit Kliniken. Dadurch entsteht für dich eine höhere Planungssicherheit und eine bessere Einsatzqualität.
Worauf sollte man bei einem Personaldienstleister achten?
Viele Firmen gründen schnell und melden genauso schnell Insolvenz an. Für Bewerber kann das Schäden verursachen. Wichtig ist deshalb, dass ein Dienstleister eine unbefristete Arbeitnehmerüberlassung besitzt. Diese erhält er nach drei Jahren, nachdem die Agentur für Arbeit geprüft hat, ob Lohnabrechnungen und Abläufe korrekt geführt werden. Bis dahin wird die Erlaubnis jedes Jahr verlängert.
Als Bewerber kannst du im Gespräch direkt fragen, wie lange die Firma diese Erlaubnis schon hat. Achte außerdem darauf, dass bundesweite Einsätze wirklich realistisch geplant werden können. Dafür braucht es Disponenten mit eigener Erfahrung aus dem bundesweiten Einsatz, damit Unterkünfte, Anreisen und Abläufe wirklich funktionieren.
Bekomme ich ein Fahrzeug ab dem ersten Tag?
Viele Dienstleister bieten keine Fahrzeuge an, weil es mit hohen Kosten verbunden ist und der Mitarbeiter teilweise auf Lohn verzichten müsste. Es gibt aber Firmen, die dir ab Tag eins ein Auto zur Verfügung stellen. Manche Firmen fahren mit deutlich sichtbarer Werbung auf den Autos, andere lassen bewusst alles neutral, damit du deine Privatsphäre behältst.
Wichtig ist zu fragen, wer das Fahrzeug finanziert, ob es eine Tankkarte gibt und wie die Versteuerung geregelt wird. Meistens wird das Ein-Prozent-Modell angewendet.
Wie viel Gehalt kann eine erfahrene Intensivfachkraft erwarten?
Die meisten Firmen orientieren sich am Stundenlohn. Für die Gehaltsverhandlung spielen mehrere Punkte eine Rolle. Zum Beispiel wie viel Erfahrung auf der Intensivstation vorhanden ist, ob jemand an einer Uniklinik gearbeitet hat, wie flexibel jemand im Dienstplan ist, ob ein Gerätepass vorhanden ist, ob man auf verschiedenen Intensivstationen einsetzbar ist, ob man ECMO kann, ob eine Fachweiterbildung besteht, ob man in Vollzeit arbeitet und ob man bundesweit verfügbar ist.
Je nach diesen Faktoren liegt der Stundenlohn meistens zwischen 30 und 36 Euro. Manche Firmen zahlen zusätzlich Verpflegungsmehraufwand, manche nicht. Die Zuschläge unterscheiden sich ebenfalls. Es lohnt sich nicht, nur nach dem höchsten Stundensatz zu entscheiden. Oft wird dann an anderen Stellen gespart, zum Beispiel bei Unterkünften, Fahrtickets oder Weiterbildungen.
Gibt es Empfehlungsprämien für neue Mitarbeiter?
Manche Firmen zahlen Prämien von mehreren tausend Euro, wenn ein Mitarbeiter jemanden wirbt. Die Auszahlung erfolgt dann nach einer gewissen Zeit der Betriebszugehörigkeit.
Wir sehen dieses Modell kritisch. Oft geht es nicht darum, dass jemand begeistert ist, sondern darum, die Prämie zu erhalten. Das führt dazu, dass Geworbene nicht immer zufrieden sind. Zusätzlich müssen Firmen, die solche Prämien zahlen, diese Kosten auf den Preis für die Kliniken legen. Kliniken stehen finanziell unter Druck und beauftragen dann oft lieber Firmen, die ohne solche Kosten arbeiten.
Wir selbst bieten keine Empfehlungsprämien an, weil uns echte Zufriedenheit wichtiger ist als künstliche Weiterempfehlungen.