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Wie ist die aktuelle Auftragssituation in der Zeitarbeit auf Intensivstationen?
Die aktuelle Auftragssituation in der Zeitarbeit im pflegerischen Bereich – insbesondere auf Intensivstationen – ist derzeit sehr angespannt und schwierig.
Aktuell melden viele Personaldienstleister Insolvenz an. Für Pflegefachkräfte, insbesondere mit Fachweiterbildung in Intensiv- und Anästhesiepflege, bedeutet das häufig, dass sie plötzlich ohne Einsatz dastehen oder sogar eine Kündigung erhalten.
Die Ursachen dafür sind vielfältig:
Zum einen schließen Kliniken oder reduzieren Kapazitäten, wodurch an einigen Standorten ein Personalüberschuss entsteht. Zum anderen stehen Krankenhäuser unter enormem Kostendruck und vergleichen Preise sehr genau.
Viele Dienstleister versuchen daher, ihre Mitarbeiter unter Marktpreis anzubieten, um Einsätze zu sichern. Das führt jedoch dazu, dass Unternehmen Verluste machen. Insgesamt entsteht ein Angebotsüberschuss – betroffen sind sowohl kleine als auch große Personaldienstleister.
Für wen ist Zeitarbeit aktuell geeignet?
Aktuell ist es kein guter Zeitpunkt, um neu in die Zeitarbeit im Intensivbereich einzusteigen – vor allem, wenn man den Markt nicht gut kennt.
Die Zeitarbeit eignet sich derzeit eher für erfahrene Pflegekräfte, die bereits in der Branche tätig sind und eventuell ihren Arbeitgeber wechseln möchten.
Wer von Vorteilen wie höherem Gehalt oder Firmenwagen profitieren möchte, sollte sich bewusst sein, dass auch Risiken bestehen: Einsätze können kurzfristig abgesagt werden.
Daher ist es besonders wichtig, einen ehrlichen Arbeitgeber zu wählen, der die aktuelle Marktsituation transparent darstellt.
Ich bekomme keinen Einsatz oder meine Firma ist insolvent – was kann ich tun?
Auch wenn es in Deutschland einen Pflegekräftemangel gibt, kommt es aktuell dennoch zu solchen Situationen. Der Hauptgrund liegt im starken Kostendruck der Krankenhäuser.
Leiharbeit wird oft nicht vollständig refinanziert. Das bedeutet, dass Kliniken einen Teil der Kosten selbst tragen müssen. Deshalb wird Zeitarbeit reduziert oder vermieden.
Zusätzlich ist die Zeitarbeit für viele Pflegekräfte weniger attraktiv geworden, da mehr Flexibilität und Einsatzbereitschaft gefordert wird. Gleichzeitig entsteht ein Überangebot an Personal.
Diese Entwicklung führt dazu, dass einige Dienstleister unter Marktpreis arbeiten und wirtschaftlich in Schwierigkeiten geraten. In der Folge verlassen viele Anbieter den Markt.
Langfristig führt das jedoch zu einer Gegenbewegung: Sobald weniger Anbieter am Markt sind, steigt die Nachfrage wieder. Gerade im Intensivbereich wird es weiterhin Zeitarbeit geben, da qualifizierte Fachkräfte knapp bleiben.
Worauf sollte man bei einem neuen Arbeitgeber in der Zeitarbeit achten?
Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers sollte man strategisch vorgehen.
Es kann sinnvoll sein, beim Stundenlohn etwas moderater zu bleiben und stattdessen leistungsbezogene Zuschläge zu vereinbaren. So bleibt der Arbeitgeber flexibler am Markt und kann Einsätze besser sichern.
Außerdem sollte man auf folgende Punkte achten:
- Spezialisierung des Personaldienstleisters (z. B. Intensivpflege)
- Ehrliche Kommunikation über die Marktsituation
- Realistische Einsatzplanung
Wichtig zu verstehen: Je höher der Stundenlohn, desto teurer wird es für die Klinik – und desto schwieriger wird es, langfristige Einsätze zu sichern.
Wie wird sich die Zeitarbeit auf Intensivstationen im Jahr 2026 entwickeln?
Die Auftragslage in der Zeitarbeit schwankt grundsätzlich im Jahresverlauf. Der Trend geht jedoch klar dahin, dass Kliniken Zeitarbeit aus Kostengründen reduzieren möchten.
Trotzdem wird Zeitarbeit im Intensivbereich langfristig nicht verschwinden.
Die Gründe dafür sind:
- Hohe Belastung im Intensivbereich
- Notfälle und komplexe Patientensituationen
- Notwendige Fachweiterbildungen (Intensiv & Anästhesie)
- Trend zur Teilzeit bei Pflegekräften
Dadurch entstehen weiterhin Lücken, die Kliniken oft nur durch Zeitarbeit kurzfristig schließen können.
Zudem planen viele Krankenhäuser, ihre Bettenkapazitäten auszubauen – was ohne externe Unterstützung häufig nicht umsetzbar ist.
Langfristig gilt: Angebot und Nachfrage werden den Markt wieder regulieren, und qualifizierte Fachkräfte werden weiterhin gefragt sein.